Europan Deutschland

Ettlingen

Europan 16
Eine integrierte Konversion des ehemaligen ELBA Geländes

 

Maßstab
M, L architektonischer und städtebaulicher Maßstab

Teamvertreter
Architekt·in, Landschaftsplaner·in

Standortgruppe
Care – Reinventing Rurality and Productive Heritage

Standort
Stadt Ettlingen, Baden Württemberg, DE

Einwohner
ca. 39.000 Einwohner

Reflektionsbereich
ca. 64 ha

Projektgebiet
ca. 16,4 ha

Beteiligte Akteure
Stadt Ettlingen

Grundstückseigentümer
Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG), Stadt Ettlingen, Deutsche Bahn AG 

 

Art der Beauftragung

Weitere Beauftragung abhängig vom Wettbewerbsergebnis, nächste Schritte:  Überarbeitung des Rahmenplans, Erstellung ergänzender Strategiekonzepte (u.a. Energie-, Mobilitäts- und Freiraumkonzept), Aufstellung Bebauungsplan

 

Urbane Strategie

Für den Stadtbereich soll im Sinne der „Neuen Leipzig-Charta“ (NCL) für die europäische Stadt eine Transformation eingeleitet werden, damit dieser eine neue positive Identität erhält. Grundlage ist ein städtebaulicher Rahmenplan. Hierbei ist der Neubau des Betriebshofs der Albtal-Verkehrsgesellschaft als vordefinierter Baustein unterzubringen, weil dessen heutiger Standort in der zentralen Innenstadt wichtige Entwicklungsflächen blockiert. Mit der ergänzenden Quartiersentwicklung des ehem. ELBA-Areals und des Bahnhofs Ettlingen-West sollen die „losen Enden“ der angrenzenden Quartiere und Nutzungen aufgegriffen und zu einem stimmigen Nutzungs- und Strukturkonzept verwebt werden. Der Bahnhof „Ettlingen-West“ soll als Intermodalknoten ausgebaut und besser an das umliegende Verkehrsnetz angebunden werden. Über grüne Freiräume soll das Freiflächenkonzept ergänzt werden. 



Der Standort

Der Standort bietet die Möglichkeit, einen Entwicklungsimpuls zu setzen, in Teilen Stadtreparatur zu leisten und einen neuen Stadtbaustein einzufügen. Mit der Quartiersentwicklung können – neben dem neuen Betriebshof – bisher nicht zugängliche Flächen der Stadtgesellschaft zurückgegeben werden, Raum für ca. 2000 Arbeitsplätze, etwa 200 preisgünstige Mietwohnungen und ergänzende Nutzungen geschaffen werden. Mit der Erschließung des Geländes können Defizite im Verkehrsnetz behoben werden und der Bahnhof als Ort des Ankommens eine neue Atmosphäre schaffen. Im Sinne einer doppelten Innenentwicklung können auch Beiträge zur Klimaanpassung, Klimaschutz und der Mobilitätswende geleistet werden.

Die Haupteisenbahnstrecke der Rheintalbahn besitzt eine große Trennwirkung und ist als Lärmquelle relevant, bietet aber gleichzeitig ein hohes Erschließungspotenzial. Die vorhandene Gebäudestruktur ist mit Ausnahme der denkmalgeschützten Gebäude im Bereich des Bahnhofs ist nicht erhaltenswert. Die vorhandenen Nutzungsstrukturen sind bruchstückhaft, müssen ergänzt und zusammengeführt werden.

 

Living Cities – Lebendige Städte

Es soll ein städtebaulicher Entwurf erarbeitet werden, der die Ziele des Rahmenplans konkretisiert, Aussagen zur städtebaulichen Struktur (Körnung, Höhenentwicklung, etc.) enthält, Vorschlägen zu Gebäudetypologien macht und die Grün- und Freiräume weiter ausformuliert. Der Stadtbereich soll auch weiterhin stark durch „Arbeiten“ geprägt sein. Es ist aber erklärtes Ziel, die flächenbezogene Arbeitsplatzdichte zu erhöhen und so auch für ergänzende Nutzungen Raum zu schaffen, damit eine lebendiges Stadtleben gelingen kann. Denn auch für Büro- und Dienstleistungsnutzungen sind Umfeldqualität, Nahversorgung, soziale Einrichtungen sowie grüne Frei- und Begegnungsräume Standortvorteile und mitunter Kriterien für die Attraktivität eines Arbeitgebers. Insofern sollen Straßen und Plätze nicht nur in ihrer Erschließungsfunktion, sondern auch mit entsprechenden Aufenthalts- und Freiraumqualitäten geplant werden. 

Im städtebaulichen Entwurf sollen die drei Grundprinzipien der NCL: die ‚gerechte Stadt‘, die ‚grüne Stadt‘ und die ‚produktive Stadt‘ als Leitgedanken des E16 „Living Cities - Lebendige Städte“ konkret angewandt werden. Der Bahnhof Ettlingen-West soll als Intermodalknoten (Mobilitätshub) und als wertiger Ort für Ankommende ausgebaut werden. Dazu muss die Adressbildung dieses Stadtraums verbessert werden, um so zu einem Stadtscharnier für die verschiedenen Raumbeziehungen zu werden, das  seiner Funktion und Bedeutung gerecht wird.